Handycapreiten auf der Equitana in Neuss

Ein Bericht von Jens Kalkuhl

Von den ersten Anfängen meines therapeutischen Reitens bzw. Westernreitens im September 2007 bis zu meinem ersten Turnier am 17.05.08 auf der Equitana in Neuss war es gar nicht mal so lang!

Es waren erst 9 Monate vergangen und ich hatte mich gerade auf dem Pferderücken sicher gefühlt und mich mit dem Pferd angefreundet, da kam auch schon die nächste große Herausforderung auf mich zu! Frau Kramer, die Inhaberin und Leiterin des Therapiestalls in Gummersbach / Lützinghausen sprach mich an, ob ich nicht Lust hätte, auf dem Turnier „Equitana“ in Neuss mitzureiten. Ich fragte sie ganz erstaunt, ob ich überhaupt schon so weit wäre, um auf einem solchen großen Turnier mitzureiten. Da fragte sie mich nur, ob ich es mir zutrauen würde. Ich habe nicht lange überlegt und habe gleich „ja“ gesagt, ohne wirklich zu wissen, was da genau auf mich zukommt. Wahrscheinlich war dies auch gut so, ansonsten hätte ich vielleicht noch „nein“ gesagt!

Nachdem nun feststand, dass ich auf diesem Turnier reiten sollte, begann die harte Trainingsphase. Angefangen hatte das Training mit dem Reiten und einüben des bevorstehenden Parcours, die Auswahl des richtigen Pferdes, dass sich bei mir etwas schwierig gestaltet hatte und bis zum letzten Abschlusstraining immer noch nicht genau feststand, welches Pferd ich nun nehmen sollte. Frau Kramer und ich waren dann zu dem Entschluss gekommen, dass das erste Pferd, namens „Hippy“, dass ich geritten hatte, dass Beste für mich war und ist.

Der Tag des Turniers rückte unaufhaltsam näher und ich bekam, desto näher es kam, immer mehr ein flaues Gefühl in die Magengegend. Zum Glück hatte ich zwei Mitstreiterinnen aus dem gleichen Stall, die schon öfters ein Turnier bestritten hatten. Sie konnten mich einigermaßen beruhigen und mir sagen, dass es ihnen beim ersten Turnier ähnlich gegangen wäre, wie mir jetzt! Nun war der Tag gekommen, wo wir drei Reiter, unsere Pferde, die Pfleger, die Eheleute Kramer und unsere Fans nach Neuss aufbrachen, um das Turnier zu bestreiten. Es war ein wirklich riesiges Turnier, mit allein 1500 Pferden und Reitern sowie eine Vielzahl an Zuschauern. Nun war der Zeitpunkt gekommen, wo wir Reiter mit Handicap auf den Platz mussten und zeigen, was wir so konnten! Ich ging als zweiter Reiter auf den Platz um den Parcour zu reiten. Mein Pferd und ich hatten es eigentlich schon ganz gut hinbekommen, bis auf die letzte Pilone, die wir noch umreiten hätten müssen. Aber da wollte Hippy einen anderen Weg reiten, als ich! Mein Pferd war auch nicht davon zu überzeugen, dass mein Weg, den ich reiten wollte, der richtige gewesen wäre. Deshalb habe ich bei diesem Turnier leider nur den dritten Platz errungen. Ich war aber nach dem Ritt so glücklich, dass ich  den dritten Platz gefeiert habe, als hätte ich den ersten Platz erreicht! Ich denke, für die kurze Zeit, die ich beim Handicap-Reiten bin, war das schon eine ganz gute Leistung von mir, was ich dort gezeigt habe. Dies wurde mir auch von meinen Mitstreitern uneingeschränkt bestätigt!

Das nächste Turnier steht auch schon wieder an, es wird am 02.08.08 in Nümbrecht stattfinden. Vielleicht gelingt es mir da, schon einen Platz besser zu sein als in Neuss???

Verfasser und Handicap-Reiter,

Jens Kalkuhl

Bilder: